Samstag, 30. Dezember 2017

Krabbeldecke - Die Zweite!

Hallo ihr Lieben!

Nachdem ich vor etwa anderthalb Jahren diese Krabbeldecke zur Geburt der Tochter meiner Freundin genäht habe, hatte ich mir geschworen, das nie wieder zu tun. Es war sooo viel Arbeit.

Und wie lernt man so schön? Sag niemals nie!

Freunde erzählten im Sommer, dass sie Ende dieses Jahres ein Baby erwarten. "Christina, dann kannst du doch auch was Tolles nähen. Oder?" Im Oktober fragte der werdende Papa dann, ob ich nicht für den kleinen Emil (der Name stand schon lange fest) eine solche Krabbeldecke nähen würde, wie ich die für die Freundin in Australien gemacht habe. Er ist einer derjenigen, der immer toll fand, dass und was ich genäht habe. Und so konnte ich ihm diesen Wunsch einfach nicht abschlagen.

Entstanden ist dabei diese Decke:



Sie ist diesmal etwas anders geworden als beim letzten Mal, da ich die Maße nicht mehr hundertprozentig rekonstruieren konnte. Und ganz wesentlich: Diesmal habe ich mich an einem Binding versucht.

Da ich persönlich lange auf der Suche nach einer Anleitung war, möchte ich euch kurz erklären, wie ich die Decke genäht habe und welche Maße sie hat.

Zuschnitt:
9 Quadrate 26x26 cm
6 Streifen (jeweils zwischen 2 Quadraten) 10x26 cm
2 Streifen (jeweils zwischen den Streifen aus 3 Quadraten und 2 Streifen) 10 x 90 cm
2 Streifen (außen) 15x90 cm
2 Streifen (außen) 15x118 cm
1 Rückseite 118x118 cm

Streifen fürs Binding 15 cm breit in beliebiger Länge, die man immer im rechten Winkel aneinander setzt. Die Länge muss nachher länger sein als nur rundherum wegen der Ecken. Näheres dazu könnt ihr in der Anleitung der Quiltmanufaktur lesen, an der ich mich orientiert habe. 

Vlies für die Füllung größer als 118x118 cm. Ich hab pauschal mal 150x150 cm gekauft.

Ich habe die Quadrate zunächst einen cm größer (27x27 cm) zugeschnitten, sie dann alle einzeln mit Motiven von Marilena Stoffzaubereien, GG Designs und Ginihouse in der Rahmengröße 13x18 cm bestickt und anschließend nochmal begradigt, sodass ich genau 26x26 cm große Quadrate mit geraden Kannten hatte, denn beim Besticken verzieht sich doch immer mal ein bisschen was.

Dann setzt man die 6 Streifen zwischen jeweils 2 Quadrate und zwar so, dass man nachher drei Reihen erhält: Quadrat, Streifen, Quadrat, Streifen, Quadrat.
Dann bügelt man die Nahtzugaben und setzt dann zwischen diese drei Reihen die zwei nächst größeren Streifen. Man hat dann Reihe, Streifen, Reihe, Streifen, Reihe.
Im Anschluss werden wieder die Nahtzugaben gebügelt und dann die zwei kürzeren Außenstreifen angenäht. Dann bügelt man wieder und näht die zwei längeren Außenstreifen an. Anschließend nochmal alles bügeln. Dann ist das Top fertig.

Nun wird es schwierig. Ich habe das Vlies für die Füllung etwas größer geschnitten als Top und Rückseite. Dann habe ich das Vlies auf den Boden gelegt und das Top von der Mitte ausgehend glatt und mit der schönen Seite nach oben darauf festgesteckt. Am besten eignen sich hier große Sicherheitsnadeln.
Anschließend habe ich das Ganze umgedreht und die Rückseite mit der schönen Seite nach oben ebenfalls darauf festgesteckt und zwar so, dass Rückseite und Top genau übereinander liegen. Ggf. lohnt es sich, das Vlies zurückzuschneiden, nachdem man das Top festgesteckt hat.

Wenn man alle drei Lagen zusammen gesteckt hat, folgt die nächste Herausforderung.
Man steppt alle drei Lagen zusammen. Ich habe hier jeweils einmal um die Quadrate gesteppt. Ggf. machen ein paar mehr Nähte Sinn, damit sich beim Vlies auch beim Waschen wirklich nichts verzieht. Wichtig ist, darauf zu achten, dass sich keine komischen Falten bilden.

Anschließend habe ich die Kanten des Gesamtkonstruktes noch einmal begradigt. Denn auch hier kommt es einfach etwas zu Verzug. Ich hab pauschal 12 cm ab Quadrat gemessen, also den Rand um ca. 3cm schmaler gemacht. Das ist auch gar kein Problem, da ich ja breite Streifen geschnitten hab vorher.

Danach gehts ans Binding. Wie das geht, ist in der Anleitung der Quiltmanufaktur super beschrieben, sodass ich dazu nichts weiter erklären möchte.

Dann seid ihr auch schon fertig. Ich habe für alles zusammen gut 20 Stunden gebraucht, wenn nicht noch länger...

Hier noch einmal die einzelnen Quadrate aus der Nähe:










Genäht habe ich die Decke übrigens mit meiner aktuellen Testmaschine, der "Juki TL-2200QVP Mini". Der neue Testbericht kommt ende der ersten Januarwoche. Außer der Decke gab es noch ein weiteres größeres Projekt. Seid gespannt...

Bis bald...
Christina

Dienstag, 5. Dezember 2017

Juki TL-2200QVP Mini - 1. Testbericht



Hallo ihr Lieben!

Endlich darf ich mal wieder eine Nähmaschine für den Nähpark Diermeier testen.

Von der Juki-Aktion habt ihr ja sicherlich schon gehört. Diesmal wurden mehrere Juki-Maschinen von je einem Tester 3 Monate lang getestet. Wir „alten“ Supertester durften in der ersten Runde nicht mittesten, damit auch mal andere zum Zuge kommen. Dafür dürfen wir nun nach dem Test in einer zweiten Runde testen. Super!

Ich habe mich für die Juki TL-2200QVP Mini entschieden.


Diese wurde zuvor bereits von Kathy getestet. Ihre Berichte findet ihr ab hier.

Die Daten zur Maschine findet ihr hier.

Die Juki TL-2200QVP Mini ist ein sogenannter „Schnellnäher“. Sie ist also keine normale Haushaltsnähmaschine, sondern so eine Art halb-industrielle Maschine. Sie kann ausschließlich den Geradstich, hat keinen Freiarm und auch sonst keinen Klüngel. Dafür hat sie eine hohe Stichfrequenz, sprich sie näht extrem schnell und man kann alles Wichtige (Nähfußdruck, Stichlänge, Fadenspannung) manuell einstellen. Außerdem hat sie den „Luxus“ eines halb-automatischen Einfädlers und einer Fadenschere. Den Nähfuß muss man manuell heben und senken und sie vernäht auch nicht automatisch, sprich man muss ganz klassisch vor und zurück nähen. Dafür gibt’s aber einen schön großen Hebel zum Rückwärtsnähen, fast wie bei der Maschine, an der ich mal gelernt habe. Da werden Erinnerungen wach… ;)

Da ich ja während der Supertester-Zeit ganz viele gute Haushaltsnähmaschinen testen durfte, wollte ich mal etwas anderes testen. Für den Test einer Overlock bin ich auf dem Gebiet einfach zu unerfahren und nähe zu wenig Bekleidung. Für die Coverlock gilt das noch viel mehr. So blieben die klassischen Nähmaschinen. Gerne hätte ich auch eines der günstigen Modelle getestet, um auch mal einen Rat für Anfänger mit kleinem Budget parat zu haben. Die waren aber aus genau diesem Grund sehr begehrt bei allen Testern. Und ich muss zugeben: Es gibt Materialien wie bspw. echtes Leder, die ich mit meinen Maschinen (Pfaff Performance 5.0 und Husqvarna Ruby Royale) nicht nähe, da diese damit sehr zu kämpfen haben. Ich dachte mir, dass der Schnellnäher vielleicht gerade sowas besonders gut können könnte, sodass ich mich für dieses Modell entschied.

Aufgrund der 3-monatigen Testzeit wird es diesmal auch 3 (Teil-)Berichte geben.
Daher hier mein erster Eindruck:

Die Maschine kam in einem riesigen Paket und bis ich sie auspackte, vergingen ein paar Tage. Dann war ich tatsächlich überrascht, wie klein die Maschine ist. Ja, richtig gelesen. Klein. Sie ist kleiner als meine Pfaff Performance 5.0, wirklich handlich. Das Gewicht ist dafür enorm, sodass sie gut auf dem Tisch steht.



Die Maschine macht einen sehr hochwertigen und robusten Eindruck. Das Gehäuse besteht komplett aus Aluminium. Das erklärt natürlich die Robustheit. Auch im Inneren bestehen mehr Teile als „normal“ aus Metall. So sind bspw. Spulenkapsel und Spulen aus Metall.


Das Einfädeln ist – zumindest beim ersten Mal – kompliziert. Aber hier gilt wie immer: Wenn man erstmal weiß, wie es geht, ist es nur noch halb so schlimm. Ich hab beim ersten Mal wirklich nach Anleitung aufgespult und eingefädelt und das hat eine ganze Weile gedauert. Inzwischen geht das aber schneller. Schön ist, dass der Faden komplett außerhalb der Maschine läuft. Ich vermute, dass man so „Dreck“ im Fadenlauf wesentlich besser entdecken und beheben kann, wenn es mal dazu kommen sollte.



Schnell machte ich die ersten Nähte auf einfacher Webware, zweilagig und dreilagig. Diese machte die Maschine super. Kurz noch ein bisschen die Fadenspannung verändert, dann wars perfekt. Und sie kann wirklich schnell! Das ist echt der Wahnsinn! Und außerdem ist die dabei auch noch LEISE! Wo ich bei meiner Pfaff Performance 5.0 schon eher langsamer nähe, weil sie einfach zu sehr zu vibrieren und wackeln beginnt und auch wirklich lauter wird, macht die Juki einfach nichts. Sie steht niet- und nagelfest auf dem Tisch und macht ihre saubere Naht, ohne dabei nur ansatzweise laut zu werden. Ich war echt begeistert! Meine Erwartung war, dass die Maschine dickes Material schafft und dass sie ein super Stichbild hat, aber dass sie dabei auch noch SO leise sein würde, habe ich wirklich nicht erwartet und war daher umso mehr positiv überrascht.

Mit der Bedienung der Maschine war ich schnell vertraut. Die Knöpfe und Hebel sind alle so angebracht, dass man sie gut erreicht. Besonders der große und stabile Rückwärtshebel fasst sich gut an und ist auch „blind“ nicht zu verfehlen. Ebenso ist die Taste für den Fadenschneider angenehm groß, sodass man nicht zwingend hinsehen muss, um ihn zu betätigen. Der Fadenschneider schneidet dabei angenehm kurz ab, ist dabei aber im Vergleich zum Nähen doch eher laut.



Der Nähbereich ist ausreichend gut mit LED ausgeleuchtet und auf der Stichplatte befinden sich gut sichtbare Markierungen für den Abstand zur Nadel. Besonders positiv ist mir hier auch die Markierung bei 7mm aufgefallen. Oft heißt es in Nähanleitungen, dass die Nahtzugabe "Füßchenbreite" beträgt. Das sind im Allgemeinen wohl 7mm. Aber nach all den Nähmaschinentests kann ich euch sagen, dass nicht alle normalen Nähfüßchen genau 7mm haben. Somit finde ich diese Markierung an der Maschine mehr als sinnvoll.



Webware (+ Vlies) hat die Maschine erwartungsgemäß gut gemeistert. Cool fand ich auch den Reißverschlussfuß, an dem man die Abstände durch Schieben am Füßchen verändern kann, da die Maschine ja auch nur eine Nadelposition hat. Was es so alles gibt…




Ich kann euch schon verraten, dass ich auch Leder ganz kurz an einem Reststück angetestet habe, weil ich so gerne wissen wollte, ob sie das denn nun kann oder nicht. Fazit: Ich habe mich gefreut... :) Über den richtigen Leder-Test werde ich euch später berichten. Das Leder ist heute erst bei mir angekommen. Außerdem warten auch zwei weitere Projekte schon darauf, von der Testmaschine genäht zu werden… :)

Unter anderem habe ich diese Werke mit der Juki genäht:




Ihr findet den Testbericht auch hier als PDF.

Bis dahin wünsche ich euch eine wunderschöne Weihnachtszeit!
Christina

Wie immer bei den Testbericht gilt:
Es handelt sich hierbei um Werbung! Die Berichte stellen aber meine eigene Meinung dar, auf die kein Einfluss genommen wurde.

Samstag, 28. Oktober 2017

Mich gibts noch!

Hallo ihr Lieben!

Ja, mich gibt es noch. Allerdings muss ich zugeben, dass ich in den letzten Monaten wirklich wenig Zeit hatte, kreativ zu sein oder mich gar um diesen Blog zu kümmern. So ist das leider manchmal, wenn man auch berufstätig ist.

Aber ich kann euch auch eine Neuigkeit verkünden:
Ab Montag (wenn man DHL glauben darf) werde ich wieder für den Nähpark Diermeier testen und zwar die Juki TL-2200QVP Mini - ein Schnellnäher. Ich bin schon ganz gespannt, wie gut ich mit der doch etwas anderen Bedienung zurecht kommen werde und wie gut sie wirklich dicke Materialien meistern wird. Der Test wird diesmal drei Monate dauern, sodass ihr gleich drei Teilberichte erhalten werdet.


Trotzdem kann und will ich euch natürlich einige Projekte zeigen, die ich in den letzten Monaten so genäht habe...

Kissen als Geschenke zur Hochzeit oder zur Geburt
(Stickdateien von Boutiquefonts, Marilena Stoffzaubereien und Krabbel-Krabbe)




Lampenüberzüge
(Stickdateien von Marilena Stoffzaubereien)



Kuscheltier Drache als Geschenk zur Taufe
(Schnitt von Monstabella)


Luftballonhülle als Geschenk zum dritten Geburtstag
(Schnitt von EdeltraudmitPunkten)


Sets aus Mützen und Halstüchern für Babys/Kleinkinder
(Schnitt Halstuch von Bernina)




Portmonees (wie immer ;))




Zirkeltaschen
(Schnitt von der Taschenspieler CD 3 von Farbenmix)



Natürlich hab ich noch einiges mehr genäht, aber um einen kleinen Eindruck zu bekommen, was ich so gemacht habe, sollte das reichen. Ich will euch hier ja auch nicht fluten. ;)

Bis bald... 
eure Christina



Samstag, 15. Juli 2017

Wachstuch selber machen?



Endlich mal wieder ein Blogpost!

Da ich beruflich in den vergangenen Monaten sehr viel zu tun hatte, bin ich kaum zum Nähen gekommen, weshalb es hier auch nichts zu lesen gab. Auf Facebook habe ich zumindest ein paar Dinge gezeigt, die ich nebenbei abends und am Wochenende noch so geschafft habe. Wer also auch von mir lesen will, wenn es hier nichts zu lesen gibt, darf mir gern auf Facebook folgen.



Nun aber zum "Wachstuch". Natürlich spreche ich, wenn ich von Wachstuch spreche, nicht vom eigentlichen Wachstuch aus Kunstfaser, welches man als Tischdecke billig überall bekommt, sondern von dem, was wir gut zum Nähen verwenden können, nämlich von beschichteter Webware.
Es gibt unterschiedlich beschichtete Stoffe, mal dünn beschichtet, nicht glänzend und weich im Griff, mal dicker und gänzend beschichtet und auch fester im Griff. Trotzdem haben sie gemeinsam, dass man sie abwischen kann und sie nicht so schnell schmuddelig aussehen.

Ich benutze beschichtete Webware aus Baumwolle (im Folgenden nur noch Wachstuch) vor allem für Portmonees, aber auch manchmal für Taschen. Da ich oft keine großen Mengen benötige, kaufe ich das Wachstuch häufig als fertigen Zuschnitt an unterschiedlichen Ständen auf dem Stoffmarkt Holland. Natürlich haben einige Stände auch Onlineshops, man kann es also auch online bestellen. Hier seien TippTappStoffe, die Stofftanten und Kleinkariert Stoffversand erwähnt, bei denen ich gerne einkaufe.

Obwohl einige davon tatsächlich selbst Stoffe beschichten lassen, die man dann auch nur dort als Wachstuch bekommt, hat doch irgendwie jeder von uns einen Baumwollstoff im Regal, den er so gerne mit den Eigenschaften von Wachstuch vernähen würde. Etwas fester und vor allem schmutz- und wasserabweisend, schnell mal abzuwischen...

Ich habe mich ein bisschen belesen, was es so für Möglichkeiten gibt, selbst Stoffe mit den Eigenschaften von Wachstuch auszustatten.


Zum einen gibt es seit einiger Zeit OdiCoat Gel zur Stoffbeschichtung von Odif, welches Stoffe zu Wachstuch machen soll.
Zum anderen kann man Stoff selbst wachsen, so richtig mit Wachs, ganz klassisch natürlich. Dazu sollte sich das Fjäll Räven Greenland Wax eignen.

Ich habe beide Möglichkeiten für euch getestet...

Der Preis

Odif OdiCoat Gel bekommt man im Kurzwaren-Fachhandel so ab ca. 14,50 € für 250 ml. Es soll für 2,5 m² Stoff reichen.
Ich habe es beim Nähpark Diermeier bestellt.

Das Fjäll Räven Greenland Wax bekommt man im Outdoor-Fachhandel so ab ca. 6,00 € für ein 100g-Stück.
Ich habe es bei SportOkay.com bestellt.


Die Verarbeitung

Für das OdiCoat Gel muss man zunächst seinen Arbeitsplatz herrichten. Es ist auf jeden Fall eine Unterlage (z.B. Blätter einer Schreibtischunterlage) zu empfehlen, die man hinterher wegwerfen kann.
Dann legt man das zu bearbeitende Stück Stoff auf die Unterlage, gibt das OdiCoat auf den Stoff und verteilt es mit einem mitgelieferten Kärtchen (wie eine Bankkarte) in alle Richtungen auf dem Stoff.


Danach lässt man es ca. 1 Stunde antrocknen und wiederholt den Vorgang ein zweites Mal, ggf. auch noch ein drittes Mal. Die letzte Schicht muss 12 Stunden trocknen.

Am besten zieht man sich beim Einarbeiten des Gels in den Stoff Einmalhandschuhe an, denn das Zeug ist an den Fingern beim Abwaschen fast wie Kaugummi, also nervig abzuschrubben. Außerdem riecht es etwas künstlich.

Nachdem die letzte Schicht getrocknet ist, fixiert man die Beschichtung mit einem Bügeleisen auf Stufe 2. Dazu legt man Backpapier zwischen Bügelbrett und Stoff sowie zwischen Stoff und Bügeleisen.



Zuvor muss man aber erstmal den beschichteten Stoff von der Unterlage abpulen. Vielleicht war ich etwas großzügig mit dem OdiCoat Gel. Keine Ahnung. Jedenfalls hab ich natürlich auch die Ränder mit beschichtet und so etwas über den Rand geschmiert. Dort muss es zwischen Stoff und Papierunterlage gelaufen sein, die sich dann an den Rändern echt schwer und zum Teil gar nicht mehr abpulen ließ. :(




Der Stoff soll sich nach dem Fixieren durch das Bügeln bei 30°C im Schonwaschgang waschen lassen. Getestet habe ich das noch nicht.


Für das Greenland Wax benötigt man keine große Vorbereitung. Man legt den Stoff vor sich auf den Tisch und reibt mit dem Wachsstück über den Stoff. Man sieht, wie weiße Schlieren auf dem Stoff entstehen.


Nachdem der Stoff mit Wachs eingerieben ist, muss man das Wachs in den Stoff schmelzen. Dies kann man auf unterschiedliche Art und Weise machen.
Ich habe dafür die Transferpresse benutzt (15 Sekunden bei 75°C).



Wichtig bei der Transferpresse und beim Bügeleisen ist - wie auch bei dem OdiCoat Gel - Backpapier unter und über den Stoff zu legen, damit man nichts einschmiert.

Man kann aber auch das Bügeleisen oder einen Föhn zum Einschmelzen des Wachses nehmen.

Mit dem Einschmelzen verschwinden die weißen Wachsschlieren. Der Stoff wird durch das Wachsen minimal dunkler.

(ein Teil war schon in der Presse, der andere noch nicht)

(links gewachst, rechts ohne Wachs)

Sobald das Wachs eingeschmolzen ist, wiederholt man die Prozedur so oft, bis man das gewünschte Ergebnis erreicht hat. Ich habe 4x eingerieben und geschmolzen.

Das Ganze ist mit wesentlich weniger Schmierkram als bei dem OdiCoat Gel verbunden, schmiert nämlich einfach gar nicht. Das ist schon um einiges angenehmer.
Dann ist man auch schon fertig und kann direkt zuschneiden und vernähen.

Das Wachs soll sich bei 40°C in der Waschmaschine wieder auswaschen lassen, man kann den Stoff aber jederzeit neu wachsen. Getestet habe ich das Waschen auch hier noch nicht.


Die Ergebnisse

Beide Arten der Beschichtung sind vollkommen unterschiedlich, sodass man gar nicht sagen kann, was besser oder schlechter ist.

Die Verarbeitung des OdiCoat Gels ist zwar etwas Schmierkram, aber auch nicht wirklich schwierig.
Ich denke, dass der 250 ml Pott bei den von mir aufgetragenen und auch empfohlenen 3 Schichten nicht für 2,5 m² reicht. Ich habe ein Stück von ca. 40 x 45 cm beschichtet. Flächenmäßig also ähnlich wie das gewachste Stück. Dabei hab ich geschätzt ca. 1/4-1/3 des Gels verbraucht, sodass ich davon ausgehe, dass auch das Gel nur für ca. 1 m² Stoff reicht.
Im Ergebnis bedeutet das, dass das Gel erheblich teurer ist.
Leider hat es bei mir minimale Flecken gegeben. Das wird aber an meinem Gel gelegen haben. Normalerweise soll das Gel eine homogene Masse sein. Bei mir hatte sich - warum auch immer - ein dicker Klumpen in der Mitte gebildet. Den konnte ich zwar in kleinere Klumpen zerteilen, aber nicht wieder zu einer Masse verrühren oder schütteln. So hab ich die Klumpen auf dem Stoff zerdrückt und verstrichen. An einigen Stellen ist nun die Beschichtung etwas ungleichmäßig geworden. Ich denke, dass das die Stellen sind, wo ich die Klumpen eingearbeitet habe.

(hier stark vergrößert, damit ihr seht, was ich meine)

Ansonsten finde ich das Ergebnis sehr gut!
Der Stoff ist nun wasserabweisend und einfach abwischbar.




Die Verarbeitung des Greenland Wax' ist aus meiner Sicht einfacher und vor allem natürlich schneller. Allerdings wird der Stoff dabei nicht unbedingt gleichmäßig gewachst, sondern wirkt ein wenig "benutzt". Sobald man den mit Wachs beschichteten Stoff knüllt, bilden sich Knicke und Streifen und man bekommt einen wunderbaren Look wie bei getragenen Barbour-Jacken. Ziemlich cool. Aus meiner Sicht wirkt das dann besonders bei unifarbenen Stoffen sehr gut und ich kann es mir gerade für Taschen super vorstellen.


Auch der gewachste Stoff ist super wasserabweisend und lässt sich abwischen. Hier mal im Vergleich mit dem selben Stoff gewachst und ungewachst.


Für ein Stück Stoff von ca. 35 x 55 cm habe ich nur knapp 20g des Wachses (also 1/5 des Stücks) benötigt. 100g Wachs sollten also bei 4-facher Beschichtung für 1 m² Stoff reichen.

Beide Beschichtungsarten sind also im Ergebnis sehr gut, aber komplett unterschiedlich.
Ihr müsst nun selbst entscheiden, ob euch das Ergebnis des OdiCoats, welches ein Wachstuch wie gekauft macht, oder das Ergebnis des Greenland Wax', welches klassisch wachst wie bei Wachsjacken, besser gefällt. Ich finde beides auf seine Art super!




Habt ihr schon eine der beiden Möglichkeiten ausprobiert? Wie hat es bei euch geklappt?
Oder kennt ihr noch weitere Möglichkeiten, um Webware mit den Eigenschaften von Wachstuch auszustatten? Was genau habt ihr gemacht?

Vernäht habe ich die bearbeiteten Stoffe noch nicht. Gerne zeige ich euch aber später die Ergebnisse..

Der Beitrag ist verlinkt bei Somachichdas.

Bis hoffentlich bald...
eure Christina